Übungen / Ausbildung 2011
Sehen wo Personen sind und das Feuer ist

Mit diesen und weiteren Erwartungen waren am Samstag, den 5. November zwölf Feuerwehrmänner aus der Samtgemeinde Ahlden Schulungsgäste der Berufsfeuerwehr in Braunschweig.
Nachdem die Feuerwehren der Samtgemeinde Ahlden seit kurzem eine eigene Wärmebildkamera zur ihrer Ausrüstung zählen darf, war es nun wichtig, die ersten Feuerwehrfrauen und -männer professionell daran zu schulen.
In Kooperation mit den Kameraden der Berufsfeuerwehr und der Firma Dräger wurden die Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde Ahlden mit dem Umgang der Wärmebildkamera in Theorie und Praxis ausgebildet. Unter der Leitung von Detlef Krone von der Berufsfeuerwehr Braunschweig wurden die Wärmebildkameras der Firma Dräger vom Typ 6000 und 7000 ausführlich näher gebracht.
Wo es noch zunächst im Schulungsraum um den theoretischen Umgang mit einer Kamera ging, wurde es in der Praxis dann spannend. Jeweils zwei Feuerwehrmänner wurden mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, um in einer ersten Praxisübung einen PKW abzuscannen. Aufgabe war, zu ermitteln, wieviele Personen sich im Fahrzeug befanden, wo es Wärmequellen gab, etc.
Im Anschluss ging es in einen Keller, der absolut verdunkelt war. Hier waren einige Aufgaben versteckt, die mit dem sogenannten „Würfelblick“ (Rundumsicht) und der Erkundung des Kellers zu aufzufinden waren. Die Unterschiede auf dem Kameramonitor zwischen kalten und warmen Gegenständen, sowie das Lokalisieren von Personen in einem dunklen Raum sowie im Freien hinter Sträuchern und Gebüschen, rundeten das Training ab. Auch das Auffinden einer stark blutenden Person wurde von den Teilnehmern geübt: Mit Wasser wurde eine „Blutspur“ auf einen Teppich entlang eines Flures gelegt, die mit dem bloßen Auge so nicht sichtbar war. Mit der Wärmebildkamera konnte diese Spur sichtbar gemacht werden und so letztendlich die Person in einem Nebenraum gefunden werden. Im Ernstfall erspart dies viel Zeit, wenn sich z.B. die Person aus einer Schockreaktion vom Unfallort entfernt.
Zur Mittagszeit ging es dann zur Südwache der Braunschweiger Feuerwehr, wo dann in einem mit Feststoffen befeuerten Brandcontainer die Wärmebildkameras bei echtem Feuer zum Einsatz kamen.
Den Rauch nicht nur „lesen“ (sehen, wie sich der Brandrauch entwickelt), sondern nun vielmehr auch die unterschiedlichen Temperaturen in den einzelnen Rauchschichten mit der Wärmebildkamera sichtbar machen und deren Entwicklung beobachten, ist z.B. für einem unter Atemschutz befindlichen Angriffstrupp von großer Bedeutung.
Alles in allem, war dies ein gelungener Fortbildungstag, der von langjährigen Anwendern dieser Wärmebildkameras gestaltet wurde. Die vielen Hinweise der Berufsfeuerwehr zur Ausbildung mit so einer Wärmebildkamera waren aus der Praxis für die Praxis bildlich dargestellt, und können nun von den 12 Multiplikatoren für die weiteren Kameradinnen und Kameraden in der Samtgemeinde Ahlden ihre Anwendung finden.
Die sechs Feuerwehren der Samtgemeinde Ahlden danken der Berufsfeuerwehr Braunschweig, der Firma Dräger und nicht zuletzt auch der eigenen Samtgemeindeverwaltung, die diese Ausbildung im Umgang mit der Wärmebildkamera überhaupt erst ermöglichte.
Gewässerverunreinigung auf der Aller

Mit diesem Einsatzstichwort wurden die Ortswehren Eickeloh und Hademstorf am 29. Oktober zu einer gemeinsamen Übung auf der Aller alamiert. Nach Eintreffen der Einsatzkräfte am Feuerwehrhaus in Hademstorf bot sich folgende Lage: Es wurde angenommen, dass auf der Bundesautobahn A7 Richtung Hannover auf der Allerbrücke sich ein Vekehrsunfall mit einem Lkw gekommen war. Es laufen grössere Mengen Diesel in die Aller, die aus Richtung Essel auf die Schleuse Hademstorf zutreiben.
Schnell war den Umweltschützern von der Feuerwehr klar, dass für solche Unfälle auf Gewässern Spezialausrütung von der Fernleitungsbetriebsgesellschaft (FBG) des Tanklagers Hodenhagen mit dem Standort Hademstorf herbei geschafft werden musste. Nach einem Einsatzplan ist die Aller in vier Abschnitte mit definierten Standorten für die Lage einer Ölsperre aufgeteilt. In Abhängigkeit der örtlichen Lage, wo das Öl oder ein sonstiger wassergefährdender Stoff in die Aller gelangt, wird die Ölsperre an einem dieser festgelegten Standorte errichtet, in diesem Fall an der Schleuse Hademstorf.
Während die benötigten Ölsperrensegmente entladen wurden, war ein Teil der Einsatzkräfte auf der Aller mittels eines Schlauchbootes und auf der gegenüberliegenden Uferseite, um dort das Festmachen der Ölsperre jeweils vorzubereiten. Die entladenen Segmente wurden zunächst an Land miteinander verbunden. Von dort aus konnte sie dann langsam in die Aller eingeschwemmt werden. Somit wird der Gefahrstoff gestaut und kann dann mittels speziellem Ölbindemittel oder Pumpen aus dem Wasser entfernt werden. Der Aufbau der Ölsperre konnte nach gut einer Stunde, einschließlich der Anfahrt der Feuerwehren, abgeschlossen und die Ölsperre „betriebsbereit“ gemeldet werden. Insgesamt waren 25 Einsatzkräfte der Feuerwehren Eickeloh und Hademstorf vor Ort, sowie die Leitung der FBG.